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Coloration: wie das Färben abläuft und wo die Grenzen liegen

Färben wirkt von außen wie ein einziger Arbeitsschritt. Tatsächlich laufen mehrere Vorgänge gleichzeitig ab, und aus ihnen ergeben sich die bekannten Einschränkungen. Dieser Beitrag erklärt den Ablauf und die Grenzen.

Was im Haar geschieht und wie gearbeitet wird

Eine dauerhafte Coloration arbeitet in zwei Richtungen zugleich. Ein Teil des Produkts hebt die Schuppenschicht an und hellt den natürlichen Farbstoff im Haar auf. Ein anderer Teil bringt neue Farbstoffe ein, die sich im Inneren des Haars zu größeren Verbindungen zusammenlagern und dadurch nicht mehr einfach ausgewaschen werden.

Weil beides zusammen passiert, entsteht das Ergebnis aus der Mischung von Restfarbe und neuer Farbe. Das erklärt, warum dieselbe Tube an zwei Köpfen unterschiedlich aussieht. Ihr Haar bringt immer einen eigenen Untergrund mit, der mitspricht.

Vor dem Auftragen steht die Bestimmung der Ausgangslage. Dazu gehören die natürliche Haarfarbe, der Anteil grauer Haare und vorhandene Farbreste in den Längen. Erst danach wird die Mischung angesetzt und die Einwirkzeit festgelegt.

In der Regel wird nicht überall gleichzeitig gearbeitet. Der Ansatz liegt nah an der Kopfhaut und wird durch die Körperwärme schneller bearbeitet als die Längen. Poröse Enden nehmen zusätzlich schneller auf. Deshalb kommen Ansatz und Längen häufig zeitversetzt oder mit unterschiedlichen Mischungen an die Reihe. Anschließend wird gründlich ausgespült, meist gefolgt von einem Produkt, das den Vorgang abschließt und die Oberfläche wieder schließt.

Der wichtigste Grundsatz

Farbe hellt Farbe nicht auf. Wer bereits dunkel gefärbtes Haar hat und heller werden möchte, kommt mit einer weiteren Coloration nicht ans Ziel, weil künstliche Farbpigmente von einer Coloration kaum entfernt werden. Dafür braucht es andere Verfahren, die aufhellend arbeiten und das Haar stärker beanspruchen.

Aus diesem Grundsatz folgen mehrere praktische Grenzen:

  • Ein deutlich helleres Ziel gelingt selten in einem einzigen Termin.
  • Ungleichmäßig gefärbte Längen werden erst gleichmäßig, wenn der Untergrund angeglichen ist.
  • Sehr dunkles Haar zeigt bei starkem Aufhellen zwangsläufig warme Untertöne, die ausgeglichen werden müssen.
  • Wiederholtes Färben über dieselbe Länge lässt die Enden mit der Zeit dunkler und stumpfer wirken.

Was den Aufwand bestimmt

Der Aufwand einer Coloration hängt an nachvollziehbaren Faktoren. Haarlänge und Haarmenge bestimmen den Materialeinsatz und die Auftragszeit. Der Abstand zwischen Ausgangsfarbe und Ziel bestimmt, ob ein Schritt genügt. Eine ungleichmäßige Vorgeschichte macht Ausgleichsarbeit nötig. Und je nach Technik unterscheidet sich der Zeitbedarf erheblich, weil manche Verfahren Partie für Partie gearbeitet werden.

Auch die Nacharbeit gehört dazu. Der nachwachsende Ansatz wird bei kontrastreichen Farben früher sichtbar als bei Tönen nahe der Naturfarbe. Wer den Aufwand gering halten möchte, wählt ein Ziel, das nicht weit vom eigenen Haar entfernt liegt.

Verträglichkeit und Vorsicht

Farbprodukte enthalten reaktive Bestandteile. Reizungen oder allergische Reaktionen sind möglich, auch wenn eine Substanz zuvor jahrelang vertragen wurde. Salons weisen deshalb auf Verträglichkeitsprüfungen hin und fragen nach früheren Reaktionen. Wenn Kopfhaut oder Haut nach einer Behandlung anhaltend brennen, jucken oder sich verändern, gehört das ärztlich abgeklärt und nicht mit einem weiteren Produkt behandelt.

Sinnvoll ist außerdem, offen zu sagen, was zu Hause verwendet wurde. Manche Selbstfärbeprodukte und Hausmittel hinterlassen Rückstände, die mit professionellen Mischungen unvorhersehbar reagieren. Auch pflanzliche Farben gehören dazu, obwohl sie als sanft gelten, denn sie legen sich um das Haar und können die Aufnahme späterer Produkte verändern.

Ansatz, Längen und Haltbarkeit

Wer regelmäßig färbt, hat nach einiger Zeit zwei verschiedene Haare auf dem Kopf: den nachgewachsenen, unbehandelten Ansatz und die bereits mehrfach gefärbten Längen. Beide brauchen Unterschiedliches. Der Ansatz muss aufgehellt und gefärbt werden, die Längen tragen bereits Farbe und benötigen allenfalls eine Auffrischung.

Wird bei jedem Termin die volle Mischung über alles gezogen, lagert sich Farbe auf Farbe. Die Enden werden mit der Zeit dunkler, stumpfer und schwerer, während der Ansatz stimmt. Fachlich sauber ist deshalb, den Ansatz zu bearbeiten und die Längen nur kurz und mit einer milderen Mischung abzuschließen.

Eine Coloration wächst heraus, sie wäscht sich nicht aus. Was dennoch nachlässt, ist die Leuchtkraft, weil einzelne Farbanteile mit jeder Wäsche ein Stück verloren gehen. Besonders betrifft das rote Nuancen und alles, was weit von der Naturfarbe entfernt liegt.

Wie schnell das geschieht, hängt von der Waschhäufigkeit, der Wassertemperatur und dem Zustand der Haaroberfläche ab. Poröses Haar gibt Farbe deutlich schneller ab als geschlossenes. Auch Sonne und Hitze durch Styling beschleunigen das Verblassen.

Fazit

Eine Coloration hellt auf und färbt zugleich, das Ergebnis entsteht immer aus Untergrund und neuer Farbe. Ihre Grenzen liegen in der Vorgeschichte des Haars und darin, dass künstliche Farbe sich nicht mit weiterer Farbe aufhellen lässt. Wer das mitdenkt, plant realistischer und schont sein Haar.

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